Vereinsporträt: TC GW Paderborn

Agieren statt reagieren

Die 1. Damenmannschaft des TC GW Paderborn feierte 2020 den Aufstieg in die Verbandsliga. © TC GW Paderbron

In unserem Vereinsporträt legen wir viel Wert darauf, die Vielfalt der Vereine in unserem Verbandsgebiet so gut wie möglich abzubilden. So wurden bereits Dorfvereine, Stadtvereine, aufstrebende und wiederbelebte Vereine von uns in Szene gesetzt. Der Tennisclub Grün-Weiß Paderborn bildet als Großverein ganz viele Facetten einer gut funktionierenden Organisation, die sich einerseits die Bewahrung der Tradition und andererseits die Transformation in die Moderne auf die Fahnen geschrieben hat. Eins aber zeichnet das Handeln ganz besonders aus. Der Verein geht die Herausforderungen der Zukunft proaktiv, mutig und entschlossen an.

Streng genommen ist der Tennisclub Grün-Weiß einer der jüngsten im westfälischen Verbandsgebiet. 2008 sagte man sich als Tennisabteilung vom SC Grün-Weiß Paderborn los und ist seitdem ein rechtlich eigenständiger Verein. Tennis gespielt wird am Fürstenweg nahe dem Stadtzentrum allerdings schon seit 1948 und in diesem Jahr mehr denn je. Mit einem Zuwachs von knapp 20 Prozent und aktuell mehr als 600 Mitgliedern ist Grün-Weiß einer der größten Vereine in Westfalen. Auf zehn Außenplätzen, in der Dreifeldhalle und im ganzjährig bewirtschafteten Clubhaus spielt sich das Vereinsleben ab. „Wir sind total breit aufgestellt und der Club lebt vom Vereinsgefühl“, sagt Sportwart Jens Himmelmann. „Unser Erfolg ist kein Geheimnis. Wir bieten den Leuten einfach viele Anlässe, ihre Freizeit hier gerne zu verbringen. Das hat mit Größe erstmal nichts zu tun und ist auch grundsätzlich nichts Neues“, so Himmelmann weiter.

Die zentrale Lage spielt dem Verein mit Sicherheit in die Karten. Bis zum Stadtkern sind es keine zwei Kilometer. Der Fahrradständer der Anlage quillt über. Und in der Tat wird es einerseits allen Tennisfreunden leicht gemacht zu spielen und sich andererseits auch zu engagieren. Es muss nicht zwingend ein Vorstandsposten her, um sich einzubringen. Jeder kann kleine Aufgaben übernehmen, die seinem Interesse entsprechen. Vom Freizeit- über Breiten- bis zum Leistungssport. Jeder hat die Möglichkeit seinen Platz zu finden.

Kontinuität und Kommunikation

Der Verein setzt vor allem verstärkt auf die Kommunikation mit den Mannschaftsführer*innen, die als Multiplikator fungieren. Es gibt regelmäßige Treffen und Informationen. Immerhin schickt Grün-Weiß in diesem Sommer 22 Erwachsenen- und 13 Jugendmannschaften ins Rennen um Meisterschaftspunkte. Vor allem in der Jugendarbeit und beim Training wird Kontinuität großgeschrieben. Dabei zahlt sich aus, dass schon in der U8 und U10 auf das Prinzip gesetzt wird, junge Leute einzubinden. „Kinder und Jugendliche schauen auf Ältere und die Wahrscheinlichkeit ist größer, dass sie später etwas zurückgeben, wenn sie selbst gut betreut und geführt wurden“, erklärt Jens Himmelmann den langfristigen Ansatz. „Alle Kinder und Jugendlichen können wir nicht halten, aber die, die von außen kommen, bringen auch wieder neue Ideen und Impulse.“

Je vier Damen- und Herrenteams, die sich zum überwiegenden Teil aus Eigengewächsen gebildet haben, sprechen Bände. Die Haupttrainer Ante Cubelic (seit 1990!) und Benjamin Plöger haben in den letzten Jahrzehnten eine große Verbundenheit zum Verein und den Mitgliedern aufgebaut. Ein C-Trainerschein ist für alle übrigen Coaches, die sich hauptsächlich aus Studenten und jungen Spieler*innen aus dem eigenen Verein rekrutieren, verpflichtend, damit Qualität gewährleistet ist.

Aufbruch in eine neue Zeit

Das Zusammenspiel dieser einzelnen Teile erklärt den hervorragenden Status quo am Fürstenweg. Und trotzdem befindet sich der Verein im Aufbruch. Der langjährige und verdiente Präsident Herbert Pfau gab 2020 nach 17 Jahren seinen Vorsitz an Mathias Walter ab. Der Neue spricht mit Vorfreude über die geplanten Umbaumaßnahmen, die den Verein zukunftsfähig und modern ausrichten. Drei Courts werden zu Ganzjahres-Plätzen mit Flutlicht umgerüstet, die Anlage um zwei Padel-Courts erweitert und das Clubhaus erneuert. Circa eine Million Euro wird die Modernisierung verschlingen. Allein 50 Prozent Förderung erhält der Verein aus dem Programm Moderne Sportstätte 2022. Walter gibt zu, „dass es Diskussionen darüber gab, einen Tennisplatz für zwei Padel-Plätze zu opfern. Letztendlich haben wir uns dafür entschieden. Durch die Ganzjahresplätze mit Flutlicht ergeben sich wieder neue Möglichkeiten und wir werden dadurch flexibler.“ Ohne die Förderung wäre der Umbau des Clubhauses mit Sicherheit auch kleiner ausgefallen.

Zugestimmt haben den Maßnahmen über 90% der Anwesenden bei einer hybriden (online und in Präsenz) Mitgliederversammlung. Das Online-Buchungssystem, eine Online-Mitgliederverwaltung und der lebhafte Instagram-Account runden die Beispiele für einen digital organisierten Verein ab. Leichte Bedenken äußern sich auf die Frage, wie der Verein in den nächsten Jahren aussehen könnte. Wachsen die Mitgliederzahlen weiter in die Höhe, kommen die Paderborner wohl an ihre Kapazitätsgrenze. Doch auch hier wurden schon die Fühler nach Lösungen ausgestreckt.

Tennissport als Gewinner

Der Verein betont die guten Beziehungen zu den Nachbarvereinen in der Umgebung. „Mit dem SV Heide Paderborn kooperieren wir eng in Sachen Turniere und Mannschaftsspiele. Darüber hinaus stehen wir mit einigen Vereinen aus der Region in Kontakt. Einerseits weil wir um Rat gebeten werden, andererseits aber, auch weil wir über den Tellerrand hinausschauen und uns Anregungen von anderen Vereinen holen, denn am Ende soll der Tennissport als Ganzes der Gewinner sein“, betont Sportwart Himmelmann.

Impressionen vom TC GW Paderborn

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