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Bundesligen: Blau-Weiss Halle zum fünften Mal Deutscher Meister; Alle westfälischen Teams schaffen Klassenerhalt in Liga zwei

Bundesligen: Blau-Weiss Halle zum fünften Mal Deutscher Meister; Alle westfälischen Teams schaffen Klassenerhalt in Liga zwei

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Der 8. und vorletzte Spieltag in der 1. Tennis-Point Bundesliga der Herren brachte am heutige Sonntag (13. August) die Entscheidung über die Titelvergabe: Neuer Deutscher Mannschaftsmeister wurde der TC Blau-Weiss Halle, der vor 3.200 Zuschauern auf eigener Anlage Allpresan Rochusclub Düsseldorf mit 4:2 (3:1) besiegen konnte. Die Ostwestfalen führen mit 14:2 Punkten als Spitzenreiter die Tabelle an und können am letzten Spieltag, Sonntag, 20. August, als spielfreies Team vom Tabellenzweiten Grün-Weiss Mannheim nicht mehr eingeholt werden. Die Badener traten am Sonntag beim Titelverteidiger Badwerk Gladbacher HTC an und gewannen mit 4:2, können jedoch mit einem Punktekonto von 10:4 Blau-Weiss Halle nicht mehr von der Tabellenspitze verdrängen.


Deutscher Mannschaftsmeister Blau-Weiss Halle mit von links): Enrique Lopez-Perez, Tim Pütz, Thomas Dappers (Coach), Jeremy Jahn, Thiemo de Bakker, Daniel Munoz de la Nava, Jan-Lennard Struff, Teamchef Thorsten Liebich, Lennart Zynga, Kolja Herrmann (Physiotherapeut) und Gerhard Weber (1. Vorsitzender). © Lana Rossdeutscher

„Es ist die sportlichste Meisterschaft“, so Halles Teamchef Thorsten Liebich, „denn die Liga ist so ausgeglichen wie noch nie. Entscheidend für uns war, dass wir einen breit aufgestellten Kader hatten und in den entscheidenden Situationen hatten wir das siegbringende Momentum.“ Beispielhaft steht für das GERRY WEBER-Team, das mit dem Gewinn dieser Deutschen Meisterschaft nach 1995, 2006, 2014 und 2015 in 20 Jahren Bundesliga den fünften Titel gewinnen konnte, der gebürtige Frankfurter Tim Pütz. Zwar wird der 29-jährige Tennisprofi auf der ATP-Weltrangliste nur auf Position 466 gelistet, doch in der Liga ist er in dieser Saison der erfolgreichste Haller Spieler. Mit 5:1-Einzelerfolgen und acht Siegen im Doppel, addiert zu einer 13:1-Gesamtbilanz, avancierte er zum besten Bundesliga-Spieler des Jahres. Großes Lob für den Mannschaftsmeister 2017 gab es auch von Seiten Robert Hampes, der als Vorsitzender des Bundesauschusses des Deutschen Tennis Bundes die Siegerehrung vornahm und zugleich Präsident des Westfälischen Tennis-Verbandes ist.
 
„Der TC Blau-Weiss Halle ist der Vorzeigeverein nicht nur Ostwestfalen, sondern des gesamten Verbandes geworden. Neben der Bundesliga-Mannschaft sind noch weitere 34 Teams am Spielbetrieb beteiligt“, so Hampe, „und wenn man weiß, dass von den über 600 Mitgliedern ein Drittel Kinder und Jugendliche sind, dann stimmt hier die Vereinsarbeit.“ Zufrieden war auch Gerhard Weber, der seit 1985 1. Vorsitzender des Tennisclubs ist und unter dessen Ägide der Clubaufschwung begann. „Ob wir Meister werden oder nicht, ist nicht so entscheidend. Für mich ist wichtig, dass unsere Profimannschaft ein Teil des Clubs ist und wir mit unseren Leistungen die Zuschauer begeistern können“, so Weber, der sich demzufolge in dieser Saison bei vier Heimspielen über 12.900 Zuschauer auf der Anlage an der Weststraße freuen konnte.


Das Team des Deutschen Mannschaftsmeisters Blau-Weiss Halle lässt seinen erfolgreichsten Spieler der Saison 2017 hochleben. © Lana Rossdeutscher

Auch wenn die Gäste aus Düsseldorf nicht mit ihrer besten Formation angereist waren, trat das ein, was ihr Teamchef Detlev Irmler vorher schon angekündigt hatte: „Wir wollen Paroli bieten.“ Und in der Tat war es dann auch so.
Dies gilt insbesondere für den an Nummer eins spielenden 25-Jährigen Mats Moraing (ATP 301) und für den niederländischen Doppelspezialisten Matwe Middelkoop (ATP-Doppelranking 59), der sich im Einzel gut präsentierte. Er gewann den ersten Satz gegen Jeremy Jahn (ATP 201) und seine Präsenz war spielbestimmend. Allerdings brachte er sich im zweiten Durchgang nach einer längeren Diskussion derart aus dem Rhythmus, das der 25-jährige Jahn die Konzentrationsschwäche nutzte und fortan in den folgenden beiden Sätzen mit 3:6, 6:3, 10:8 den ersten Punkt auf dem Weg zum Titelgewinn beisteuern konnte. Die 2:0-Führung besorgte der Spanier Daniel Munoz de la Nava mit einem 6:4, 6:2 über Tim Schönenberg.


Nahezu das komplette WTV-Präsidium war vor Ort: (v.l.) WTV-Vizepräsident Elmar Schlüter, WTV-Präsident Robert Hampe, Gerhard Weber, 1. Vorsitzender des TC Blau-Weiss Halle, WTV-Vizepräsidentin Christiane Pollmeier, WTV-Vizepräsident Norbert Krusch und WTV-Vizepräsident Lutz Rethfeld © Lana Rossdeutscher
 
Geradezu eine Lehrstunde erteilte Tim Pütz im Duell gegen den 11 Jahre jüngeren Spanier Alejandro Davidovich. Der 18-jährige Junior kam mit der Empfehlung eines Junioren-Wimbledonsiegers, doch dieser Titel schien an diesem Tag eine Bürde für ihn zu sein: Um 13.51 hatte Tim Pütz einen 6:0, 6:1-Sieg erspielt und zu diesem Zeitpunkt war der Titelkampf entschieden. Denn bereits mit einem 3:3-Gesamtresultat war den Ostwestfalen der Gewinn der Meisterschaft nicht mehr zu nehmen. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der deutsche Davis Cup-Spieler Jan-Lennard Struff (ATP 54) mit Mats Moraing (ATP 301) auseinanderzusetzen, der gegen die Haller Nummer eins ein großes Spiel ablieferte.
 

Einmal abklatschen mit Teamchef Thorsten Liebich, bitte! © Lana Rossdeutscher

Irgendwie war aber auch bei Struff die Konzentration weg, denn angesichts des Titelgewinns genehmigten sich seine zuvor siegreichen Teamkollegen auf der Tribüne schon das erste Bier. Am Ende gewann in zwei Sätzen der 25-jährige Düsseldorfer mit 6:3, 7:6(6), doch es sollte nicht der einzige Punktgewinn bleiben. Im anschließenden Doppel sorgte das Rochusclub-Duo Mats Moraing/Tom Schönenberg mit einem 6:3, 6:3-Zweisatzsieg über Jan-Lennard Struff/Lennart Zynga für eine 2:3-Resultatsverbesserung. Doch das war es dann auch für die Gäste aus der NRW-Landeshauptstadt. Die Paarung Tim Pütz/Enrique Lopez-Perez benötigte zwar drei Sätze gegen Middelkoop/Davidovich, schrieb aber mit einem 6:7(5), 6:3, 10:4-Erfolg ein 4:2-Schlussergebnis und somit für ihr Team die fünfte Deutsche Mannschaftsmeisterschaft fest.


Jan-Lennard Struff nimmt die Glückwünsche von WTV-Präsident Robert Hampe entgegen © Lana Rossdeutscher

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2. Bundesliga Herren Nord: Alle westfälischen Teams schaffen Klassenerhalt
Am Freitag kam es in Liga zwei zu einem ostwestfälischen Duell, das der Tennispark Versmold nach einem langen Tag mit vielen Regenunterbrechungen mit 6:3 gegen den Bielefelder TTC für sich entscheiden konnte, nach den Einzeln hatte es 3:3 gestanden. Der TC Iserlohn siegte zuhause mit 7:2 gegen den Suchsdorfer SV v. 1921. Am letzten Spieltag kam es dann in Versmold zum Schlagabtausch zwischen dem derzeitigen Tabellenzweiten und dem Tabellenführer Neuss, das Neuss mit 5:4 für sich entscheiden konnte. Bielefeld und Iserlohn mussten dagegen noch einmal auswärts ran. Der Bielefelder TTC unterlag in der Hauptstadt dem TC 1899 Blau-Weiss Berlin mit 2:7, der TC Iserlohn konnte in Hamburg gegen den Club an der Alster einen 5:4-Erfolg verbuchen. Alle westfälischen Teams haben damit den Klassenerhalt geschafft, Versmold belegt am Ende Platz zwei, Iserlohn Platz drei und Bielefeld Rang sechs.

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