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1. Tennis-Point-Bundesliga: Teamchefs ziehen Saisonbilanz

1. Tennis-Point-Bundesliga: Teamchefs ziehen Saisonbilanz

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Der bevorstehende Sonntag (20. August) in der 1. Tennis-Point Bundesliga der Herren ist der neunte und letzte Spieltag. Allerdings sind die Entscheidungen bereits am 13. August, einen Spieltag vor Ende der 46. Saison, gefallen, so dass es lediglich noch um Platzierungen in der Tabelle geht. Blau-Weiss Halle holte sich in seinem 20. Jubiläumsjahr die fünfte Deutsche Mannschaftsmeisterschaft und Blau-Weiss Aachen steigt in die 2. Liga Gruppe Nord ab. Aus der kommt Blau-Weiss Neuss als Tabellenerster nach oben und aus der Südgruppe steigt der TV Reutlingen auf. Mit den Niederrheinern kehrt ein Traditionsverein zurück ins Oberhaus, dem sie 36 Jahre lang angehört haben und vor einem Jahr abgestiegen sind. Sie rangieren hinter dem Rekordmeister LTTC Rot-Weiss Berlin (elf Mal Deutscher Meister/zuletzt 1976) mit zehn nationalen Titelgewinnen (zuletzt 1994) in der Bilanz der Meister auf dem zweiten Platz. Reutlingen gehörte von 2006 bis 2008 und 2014 der ersten Bundesliga an.


Abgesehen von den nationalen Meisterschaftsgewinnen in den Urzeiten von Berlin, Neuss und dem TC Amberg am Schanzl, die sechs Titelgewinne (zuletzt 1998) aufzuweisen haben, bestimmen seit Ende der 1990er Jahre sowie Anfang des neuen Jahrtausends die Vereine ETUF Essen, Blau-Weiß Sundern, Grün-Weiss Mannheim, Kurhaus Lambertz Aachen und Blau-Weiss Halle die Szenerie in der 1. Tennis-Point Bundesliga. Während der viermalige Essener Meister (zuletzt 2002) genauso wie die Sauerländer aus Sunden (Meister 2003/2004) im Niemandsland verschwanden, hat das Trio aus Mannheim, Aachen und Halle seit 2005 das sportliche Sagen. Die Badener aus der Kurpfalz haben sich nach 1922, 1993, 1996 in den Jahren 2005, 2007, 2010 sechsmal den nationalen Titel geholt. Das Lambertz-Team war mit fünf Meisterschaften in den Jahren 2008, 2009, 2011, 2012 und 2013 erfolgreich und das GERRY WEBER-Team aus Ostwestfalen kommt mit der aktuellen Deutschen Meisterschaft ebenfalls auf fünf Sterne: 1995, 2006, 2014, 2015 und 2017. In diese Phalanx der großen Bundesligaclubs platzte im vergangenen Jahr Badwerk Gladbacher HTC hinein, die überraschenderweise im dritten Jahr ihrer Erstligazugehörigkeit die Meisterschaft gewinnen konnten.

Erfreulich ist in dieser Saison bei fast allen Ligavereinen die Zuschauerentwicklung. Bis dato wurden knapp 59.000 Besucher gezählt - bei einem noch ausstehenden Spieltag. Letztjährig waren es 65.500 Zuschauer. Die Liste mit den besten Besucherzahlen führt der aktuelle Meister Blau-Weiss Halle an. In vier Heimspielen kamen auf die Anlage an der Weststraße 12.900 Zuschauer, im vergangenen Jahr kamen zu fünf Heimspielen 10.900 Besucher. Grün-Weiss Mannheim hat am Sonntag noch auf ihrer Neckarplatt-Anlage das Heimspiel gegen Blau-Weiss Aachen und kommt auf 9.900 Zuschauer bei bis dato drei Heimspielen (2016: 8.600 Besucher bei fünf Heimspielen).
Allpresan Rochusclub Düsseldorf verzeichnet in vier Heimspielen 11.900 Besucher (14.600 waren es 2016 bei fünf Heimspielen). Deutsche Öl und Gast Rot-Weiss Köln zählten 2016 in fünf Begegnungen auf der Stadionanlage 10.000 Zuschauer, in der aktuellen Saison kamen bei sie bei einer Heimpartie weniger auf 9.100 Besucher. Dies zeigt auf, dass insgesamt die Vereine der 1. Tennis-Point Bundesliga professioneller in ihrer Außendarstellung geworden sind, auch wenn die Liga nach wie vor nur einen regionalen Stellenwert hat. Aber dort, wo sie zuhause sind, sind sie längst zur Marke avisiert!

Wie die Teamchefs der neun Erstligisten den Titelgewinn von Blau-Weiss Halle beurteilen und wie sie selber ihr Abschneiden in der Saison 2017 einschätzen, folgt in den Stellungnahmen der jeweiligen handelnden Personen.

Teamchef Marc Zander (TK Blau-Weiss Aachen)
Kommentar zum Deutschen Meister Blau-Weiss Halle: „Sie haben sich den Titel absolut verdient, da sie immer mit einer kompakten und guten Mannschaft angetreten sind. Ihre Stärke lag auch in den Doppeln, was vielfach entscheidend war.“
Kommentar zur eigenen Saisonleistung: „Wir sind natürlich enttäuscht, obwohl uns klar war, dass wir um den Klassenerhalt spielen. In den ersten Begegnungen haben wir ein paar Punkte verschenkt, wo wir eigentlich ein Unentschieden hätten holen müssen. Vielleicht waren wir auch für die Vereine zu berechenbar, da wir immer mit einer konstant gleichen Mannschaft gespielt haben. So wussten sie, wie sie gegen uns anzutreten haben und kamen daher zumeist mit starkem Aufgebot. Leider haben wir erst gegen Köln am vorletzten Spieltag gezeigt, die immerhin mit Dustin Brown und Andreas Seppi gekommen waren, was wir es spielerisch drauf haben. Nur da war die Saison bereits gelaufen.“

Teamchef Henrik Schmidt (Badwerk Gladbacher HTC)
Kommentar zum Deutschen Meister Blau-Weiss Halle: „Herzlichen Glückwunsch. Halle hat eine tolle Saison gespielt mit einem guten Kader. Insgesamt war das von ihnen eine sehr gute Mannschaftsleistung und es hat sich für sie gelohnt, im Jubiläumsjahr anzugreifen.“
Kommentar zur eigenen Saisonleistung: „Wir sind unter unseren Erwartungen geblieben. Zumal wir auch eine katastrophale Doppelleistung geboten haben, denn nach so manchem 2:2 Zwischenstand haben wir dann immer verloren. Froh sind wir jetzt, dass wir die Klasse erhalten haben. An die Saison 2017 machen wie jetzt einen Haken dran.“

Teamchef Frank Wintermantel (TC Weinheim)
Kommentar zum Deutschen Meister Blau-Weiss Halle: „Waren überzeugt, dass sie Meister werden. Auch wenn Sie etwas Glück gegen Mannheim hatten, zum Schluss sind sie völlig verdient zum Titelgewinn gekommen. Es freut mich auch für Halle, denn sie sind eine sehr sympathische Mannschaft. Sie haben Teamspirit, was bei anderen nicht überall der Fall ist. Dies hat sicherlich die paar Prozente zur Meisterschaft ausgemacht.“
Kommentar zur eigenen Saisonleistung: „Es hätte für uns nicht besser laufen können, denn wir waren bereits früh gesichert. Wir haben zu Saisonbeginn aus drei Spielen gleich vier Punkte geholt, waren praktisch gesichert. Zunächst mussten wir auch auf Yannick Hanfmann verzichten, doch das haben wir gut verkraftet. Vielleicht hätten wir mit ihm doch noch den einen oder anderen Punkt mehr gehabt. Aber auch so haben wir bewiesen, dass wir konkurrenzfähig sind.“

Teamchef Ralph Grambow (Deutsche Öl und Gas Rot-Weiß Köln)
Kommentar zum Deutschen Meister Blau-Weiss Halle: „Die Situation in der Liga hat sich zwischen Mannheim und Halle zugespitzt. Wenn dann im direkten Duell dieser beiden Teams Halle viermal im Champions Tiebreak gewinnt, und in der Saison somit nur zwei Punkte abgibt, dann ist man auch verdienter Meister.“
Kommentar zur eigenen Saisonleistung: „Wir liegen im Soll, aber mehr auch nicht. Wir hatten mit Halle, Mannheim und Krefeld ein schweres Auftaktprogramm und daraus 3:3 Punkte geholt. Vor der Saison hätte ich das so unterschreiben. Habe danach gehofft, dass sich daraus eine gewisse Eigendynamik entwickelt. Was aber nicht der Fall war. Wir haben dann lange nicht mehr gepunktet, so dass es keine bessere Saison geworden ist. Sehr zufrieden sind wir mit unseren Zuschauerzahlen, so dass wir uns heute schon auf die nächste Saison mit fünf Heimspielen freuen.“

Teamchef Olaf Merkel (HTC Blau-Weiß Krefeld)
Kommentar zum Deutschen Meister Blau-Weiss Halle: Wer so souverän die Spiele bestreitet, der ist auch verdientermaßen Deutscher Meister geworden. Sie haben immer zur rechten Zeit die richtigen Spieler gehabt, die sie auch haben wollten. Immer einen Jan-Lenanrd Struff dabei zu haben, ist optimal. Letztlich hat das alles mit Leistung zu tun und die haben die Haller gebracht.“
Kommentar zur eigenen Saisonleistung: „Die Bilanz fällt bei uns sehr zufrieden aus. Wir wollten unsere vier Heimspiele zu Tennisfesten machen, was uns auch gelungen ist. Damit haben wir 5.000 Zuschauer auf unsere Anlage holen können und denen haben wir begeisterndes Tennis geboten. Leider haben wir unsere >weiße Weste< am letzten Spieltag mit einer 2:4-Niederlage verloren, doch das trübt nicht den sehr zufriedenen Gesamteindruck.“

Teamchef Detlev Irmler (Allpresan Rochusclub Düsseldorf)
Kommentar zum Deutschen Meister Blau-Weiss Halle: „Gratulation an Halle. Ein großartiges Team und die professionellste Führung. Schön, dass es diesen Tennis-Standort gibt. Wir haben uns beim Deutschen Meister sehr gut verkauft.“
Kommentar zur eigenen Saisonleistung: „Da mir sechs Spieler ausgefallen sind, bin ich sehr glücklich, dass wir uns behauptet haben. Wir haben eine tolle Saison gespielt und vor großen Zuschauerkulissen der Sportstadt Düsseldorf Ehre eingelegt. Unsere Jungspunde haben sich bestens verkauft und haben machen Tennisprofi, der um 200 Plätze im ATP-Ranking besser platziert war, Niederlagen beigebracht. Mehr kann man nicht verlangen.“

Teamchef Alexander Legsding (Kurhaus Lambertz Aachen)
Kommentar zum Deutschen Meister Blau-Weiss Halle: „Sie haben das vorzüglich gemacht und das konstanteste Team der Liga ist auch verdient Meister geworden. Und wenn man ein Doppel Struff/Pütz hat, dann macht das schon viel aus. Wer hätte das vor Jahren gedacht, dass die Beiden einmal so spielstark werden? Letztendlich hat es für Halle somit zur fünften Meisterschaft gereicht.“
Kommentar zur eigenen Saisonleistung: „Es gab ein Wochenende, dass gegen Weinheim und in Mannheim, da lief bei uns alles schief. Turnierverpflichtungen und Verletzungen haben uns ein paar Punkte gekostet. Ich will aber auch nicht verschweigen, gegen Gladbach und in Krefeld hatten wir dann auch wiederum Glück gehabt. Letztlich sind wir wieder an die Tabellenspitze herangerückt und der 3. Platz ist ein guter Erfolg für uns.“

Teamchef Gerald Marzenell (TK Grün-Weiss Mannheim)
Kommentar zum Deutschen Meister Blau-Weiss Halle: Ohne Wenn und Aber: Wenn du kein Spiel verlierst und nur zwei Minuspunkte hast, dann ist man ein würdiger Meister. Sie hatten einfach das bessere Gesamtpaket und das muss man anerkennen. Mit uns gab es in Halle ein schönes Finale vor einer großen Zuschauerkulisse. Wir hätten da sicherlich ein Unentschieden verdient gehabt, aber es geht auch so völlig in Ordnung.“
Kommentar zur eigenen Saisonleistung: „Unser Anspruch ist es, immer unter die ersten Fünf der Liga zu kommen, was uns seit 2004 auch gelungen ist. In den vergangenen vier Jahren waren wir sogar immer unter den ersten Drei und von daher sind wir mehr als zufrieden. Zumal die Liga immer ausgeglichener wird. Vor Jahren konnte man vorher ausrechnen gegen wen man gewinnt oder verliert. Heute weiß man Sonntagvormittag nicht, wie die Partie ausgeht. Sehr zufriedenstellend waren auch unsere Zuschauerzahlen, besser noch als im Vorjahr. Ich glaube sogar, dass der Besuch von 4.200 Zuschauern beim Heimspiel mit Tommy Haas der beste Zuspruch in diesem Jahrzehnt war. Unser Ambiente begeistert alle und von unseren Sponsoren haben wir nur positive Resonanzen erhalten. Von daher kann ich mich nur wiederholen: Mehr als zufrieden.“

Teamchef Thorsten Liebich (Blau-Weiss Halle)
„Im Vorfeld ging es uns nicht darum, wie wir Meister werden könnten. Das war nicht der Plan. Erst nach dem dritten Spieltag, als wir zum zweiten Mal einen 0:2-Rückstand aufgeholt haben und zum 4:2-Sieg bei Blau-Weiß Aachen gekommen sind, hat das im Team viel Energie freigesetzt. Zudem haben Tim Pütz und Daniel Munoz de la Nava gesagt, dass sie so oft wie möglich spielen wollen. Sie sind Erfolgsgaranten und wichtig für die Stimmung im Team. Dazu hatten wir das Glück, dass uns Jan-Lennard Struff im Saisonfinale zur Verfügung stand, statt Turniere in Amerika zu spielen. So hatten wir hinten raus immer eine starke Mannschaft. Unser Glück war es auch, dass wir weitgehend verletzungsfrei durchgekommen sind. Wir sind eine Gruppe, die gerne zusammen ist, mit Leuten, die immer den Teamgedanken vorleben. Damit meine ich nicht nur die Mannschaft, sondern auch das Umfeld: das Platzteam, die Ballkinder und unsere Mitglieder. Sie alle geben den Spielern das Gefühl, ihr seid wichtig für uns. Ein wesentlicher Faktor sind aber auch unsere Zuschauer, weil eine große Kulisse immer sehr motivierend ist.
12.900 Besucher in vier Heimspielen spricht für sich. Als es am vergangenen Spieltag gegen Düsselderf schnell 3:0 stand und wir somit Meister waren, tauchte die Frage auf, ob die Doppel noch gespielt werden: >Natürlich spielen wir Doppel, haben die Jungs gesagt, >guckt mal, was hier auf der Anlage los ist<. Für uns gesprochen, kann ich daher nur sagen, dass die Saison sehr nah am Optimum war. In der Organisation genauso wie in sportlicher Hinsicht. Wir sind schließlich ungeschlagen geblieben.“

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